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mahdia airstrip
justus hat die pumpe dabei
start ohne uns
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dienstag, 5.1.99
reis, diesel, kerosin und ein auto besorgt. um 11 gehts zum
airstrip. im 4x4 10 minuten berg und talfahrt durchs grün, dann
oberhalb von mahdia auf einem weitläufigen plateau die landebahn.
vor uns eagle mountain, daneben mahdia mountain und ibini
mountain, auf der anderen seinte mount kunawak. eine hütte gibt
schatten.
justus kommt mit dem zweimotorigen islander und neuer
gucci brille. er sieht hervorragend aus, strahlt über das
ganze gesicht.
eine gute nachricht: justus hat die pumpe dabei.
die schlechte nachricht: der shuttel läuft erst morgen. und dann
ist justus wieder weg und wir sitzen am airstrip rum mit der
maschine, den kanistern und unserem gepäck einschliesslich
freßstüte. nach drei stunden holt uns ein taxi ab. wir quartieren
uns wieder im hilo ein, direkt hinter den diesel generatoren und
beschliessen, uns in mahdia zu exponieren und ein paar
goldgräber-geschichten einzufangen.
als erstes quetscht micha den portier
vom hilo aus. der erklährt uns, wie eine kleine dredg organisiert ist:
2 jungs bereiten das gelände vor (pitmen), 2 arbeiten an der
wasserspritze (jetmen), 1 an den saugpumpen (marakman), 1 general
manager (gm), ein koch (boier). zum aussieben sind alle da,
meistens sogar der dredg owner. der minenbesitzer bezahlt das
claim, die maschinen und die lebensmittel. die arbeiter werden
prozentual an der ausbeute beteiligt. bei zwölf stunden arbeit,
sieben tage die woche, bekommen sie jeder 1-2 pennyweight pro
gefundener unze. eine unze = 20 pennyweight. der rest gehört dem
owner. eine unze gold bringt in mahdia ca. 360 dm, in georgetown
vielleicht 400. hinter new amsterdam, richtung surinam wird das
gold teurer gehandelt. grosse ausbeuten hatte es in den letzten
jahren in wihte hole, monkey mountains, eagle mountains und st.
elisabeth gegeben. eine mining license wird jährlich vergeben
und kann dann immer um ein jahr verlängert werden.
ein claim ist 26 acres gross = 100 x 800 fuss = ca. 30 x 300 m,
die jährliche gebühr für ein claim kostet 1.000 g$ (ca. 10 dm).
oder man macht geld, indem man gold billig einkauft, wie mr.
baksh, der besitzer vom hilo, und am besten noch gegen diesel und
lebensmittel.
als nächstes setzten wir uns zu einem grüppchen pork knocker. ein
schwarzer, ein amerindian, ein ganz heller schwarzer mit blauen
augen und ein mann aus st. lucia, ein islander. um 4 nachmittags
süffeln die jungs high wine mit 70 umdrehungen. der islander ist
kaum zu verstehen, alle sind ziemlich strak. das gespräch wird
von dem blauäugigen geleitet, roachford van slytman, sohn einer
engländerin und eines guyanesen, der vater war unter burnham ein bekannter
politiker. 1979 war roachford im cocain business, auf der strecke gt-pos-caracas-bogota,
zusammen mit einem engländer. dann hatte es
auf trinidad politische unruhen gegeben und sein ganzes geld war
weg. im busch nennen sie ihn "jungle lion", erzählt rochie, und von
den geheimnissen, die er nicht erzählen kann.
der amerindian kann kaum noch sitzen, der mann aus st.
lucia sowieso nicht - skyhigh -, der schwarze ist still. mr.
desalto kommt dazu, ein weisser, portugiese, mit ray ban brille
und colt, ohne seinen linken unterarm, dredg owner. alle zusammen
erzählen von mr. green, der viele claims besitzt und dadurch reich
geworden ist, dass er deren ausbeutung verkauft. roachie gibt uns beiden die
hand mit schwulem finger. auch der portier vom hilo wirkt schwul
in seinem feinsinnigen gepflegten auftreten zwischen den
goldgräber raubeinen, und zwinkert micha zu. wir fragen
uns, ob es ein schwuler in dieser männergesellschaft
besonders schwer hat, oder ob beides im direkten zusammenhang
steht.
es ist inzwischen abend, wir gehen esse, lassen uns von der shop
besitzerin vom alten mahdia erzählen, gucken einen ami streifen
im tv und gehn früh ins bett.
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