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wohnzelt


whitehole


auswaschen des sands


tanken


mahdia abflug


einflug ins guyana shield


tafelberge


kaieteur


 

mittwoch, 6.1.99

um 8 mit sisi, dem schwarzen klemptner vom gti (guyana technical institute) nach witehole. 20 minuten fussmarsch durch kleine üppig grüne pflanzungen in den wald, bis sich die mine mit einem camp ankündigt.
gerüste aus kräftigen ästen mit einer blauen plasikplane abgedeckt bilden die wohn-, koch- und vorratshütten. die wände sind offen. die arbeiter schlafen in hängematten und der koch hat sich ein paar bretter eingezogen, um seine küchenausstattung und die vorräte unterzubringen.
der koch bleibt den ganzen tag im camp. er muss immer einen topf wasser am kochen halten für einen heissen kaffe und dabei das camp bewachen, eine vertrauensperson.
dem weissen sand, der überall unter der dünnen humusschicht des waldes zu finden ist, folgen wir zur mine. eine ca. 30 meter tiefe grube liegt vor uns. alles weisser sand und türkisfarbenes wasser. auf pontongs schwimmen männer mit maschinen durch die grube. lange röhren führen von der pumpe zur auswaschanlage. dort fliesst der hochgepumpte grund über ein stufiges gestell, das mit verschiedenen körnungen schwarzen plastik-teppichbodens ausgelegt ist. wenn der sand darüber gespühlt wird, sinkt das gold ab, da es schwerer ist als der rest und sammelt sich in den matten.
heute stehen die pumpen still, eine maschine wird repariert. rund um die mine weisse baumgerippe. das ganze hat etwas von einem kriegsschauplatz.
witehole ist ein gebiet, in dem schon viele dredges gearbeitet haben. wir müssen zurück, kreuzen unterwegs eine straße kleiner grüner blätter, die über den hellen grund wackeln, dann wieder bananen-pflanzen und gemüsegärten. kurzer besuch bei der regionalverwaltung, wo uns eine sekretärin mit scharfem gebiß versucht abzuwimmeln .
dann zur mining commision, die geschlossen ist, weil der commisioner nach gt gefahren ist. um 11 am airstrip. micha unterhält sich mit einem alten islander, archie clyde dear aus barbados . drei flieger landen. sie laden reissäcke, mehl, zucker, diesel und starten wieder zu irgendeiner mine. dann kommt justus. er muss auch noch 2 shuttles machen, bevor er uns mitnehmen kann.
am airstrip von mahdia wird von hand betankt. 2 männer heben 40-liter-kanister auf den flügel. der loader leert sie durch ein sieb in die flügel. die kanister werden aus fässern aufgefüllt, die der erste flieger am morgen aus gt mitgebracht hat. dann gibt es ein problem mit der ladung, wir wiegen zu viel, andrew muss in mahdia bleiben. um 2 gehts los. wir beide, neil und der motor sammt gepäck und diesel.
sonneschein, blauer himmel. wir fliegen in die tafelberge. schroffer fels, urwald. kaieteur. justus fliegt erstmal zwei steile runden. wir hängen etwas schepp im flieger zwischen motor und taschen, keine sitze. der riesige wasserfall ist aufregend. super wetter. wir landen.
vom ende der asphaltierten landebahn kommt langsam mr. pang näher oder pangi, wie neil ihn nennt. wir lassen alles an der piste und gehen zu den wasserfällen. pangi erzählt uns die geschichte vom indianer häuptling kai, der den wasserfall im einbaum runter gefahren war. es war darum gegangen, einigkeit herzustellen unter den stämmen der arecuma, arawak, akawaio, patamona, carib, warrau, waiwai und wapi siana. die gleiche geschichte hatte er uns im april schon mal erzählt.
justus macht ne runde über kaieteur und haut sich mit der maschine, die er geladen hat, beim negativen g die rückscheibe raus. wir stehen an der 270 m steil abfallenden felswand. alles dreht sich mit dem rauschen und dem ewigen fluß des wassers. wir stehen auf einem ca. 12 meter langen und 5 meter dicken felsvorsprung genau über dem fall. unter uns zerstäubt das fallende wasser und steigt in form von wolken auf. neil hockt sich auf die kante und kippelt lässig über dem abgrund. dann gibt es was zu essen. donna, neils freundin, hat justus einen behälter mit ital food und reis für uns mitgegeben.
neil geht, um an der landing ein auto für das gepäck zu checken. wir hängen die hängematten im guesthouse auf. das haus ist aus holz, ziemlich gross, ein raum von ca. 50 qm und zwei kleinere von je 20 qm plus bad und küche, kein strom, kein fliessendes wasser, kaum noch fenster, alles demontiert, zerfallen, gestohlen. pangi lebt seit 2 jahren im guesthouse. er ist der reservatsaufseher. vor einem jahr ist ihm seine frau weg gelaufen, weil es ihr zu einsam war. sein kollege, der das andere, etwas besser ausgestattete haus belegt, ist immer krank und deshalb nie da, das gehalt ist schlecht, das haus verwahrlost, die einzige abwechslung sind die touristen, die vorbeikommen und ein bier im shop an der landing.
wir gehen noch mal zum fall, um zu sehen wie die schwalben am abend hinter den wasservorhang in ihre nester fliegen. vom tal zieht eine dicke regenwolke hoch, dann sitzen wir mitten drin, es ist stockfinster, wir ohne taschenlampe, verlaufen uns beinah auf den 200 metern. zum glück ist der weg hell und reflektiert ein wenig licht.
im guesthouse hat sich mr. pang schon ausgerüstet, um uns zu suchen. kaum sind wir im haus, prasselt der regen aufs blechdach. bei petroleum-licht gibts nudeln aus mr. pangs küche zum abendessen. pangi zeigt uns sein fotoalbum und die handschriftlichen texte, die er für die touristenführung auswendig gelernt hat. wir rauchen noch einen und planen das touri-transport-shuttle-business in kaieteur. die erste nacht in der hängematte. es ist feucht und kühl. man hört das prasseln des regens und das rauschen des wasserfalls. frösche pfeifen. wir träumen beide, wir würden in unserer hängematte über dem stürzenden wasser schwingen.


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