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ameise im vergleich
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freitag, 25.12.98
weihnachtliche hausbesuch.
bei justus putzfrau margot. sie sieht müde aus, hat die ganze nacht gekocht bis
früh um 4, und seit 6 wieder auf den beinen. weihnachten auf
guyanesisch.
bei margot mit pepperpot, ein süss scharfes paprika gulasch,
leider nichts für uns, mit süssen und salzigen bäckereien,
mit erdnüssen, kokoswasser und gingerbeer. mit dicken ringen unter den
augen bewirtet margot in tranceartiger glückseligkeit die gäste,
ihren mann, einen professionellen kokospalmkletterer aus der familie und einen verrückt schauenden alten rasta.
bei neil, dem rasta pork knocker, mit ital food, vegetarisch. neil ist etwa 30,
strahlt ruhe aus einem weisen gesicht. seine rasta locken sind
fast hüftlang. im busch nennen sie ihn "red dread". ihm gehört die hütte am
potaro, 20 meilen oberhalb von kaieteur. micha und
neil verstehen sich, tauschen weltsichten, sprechen über diesel
motoren im busch und energiegewinnung durch wasserkraft.
bei neil dem piloten. mit patsi, einer chinesischen jamaikanerin,
ihren beiden kindern tyron und diana und sijai, halb guyanese
halb schweizer, der swizerdütsch und englisch mit schweizer
akzent spricht. mit gemischter jamaika küche. mit viel merry
christmas, gemurmelt oder als herzlichen gruss oder auch michas "i marry
christus". tyron, 8, entdeckt den index. im tieranatomie buch
sucht er nach fischen, elefanten und allem was er kennt. patsi
will mit den kindern heute nacht nach florida fliegen. um 12 gibts
nen champus, dann gehn alle ins bett und wir drei nach hause.
bei rum mit limone überredet justus uns zu einem trip in den busch mit red-dread-neil.
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