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vismar


omai wohnungen


umgeschichtete berge


100 tonnen gestein


die baustelle


cyanidsee


auf dem weg in die mühle


gesteinsmühle


cyanidtank


aktivkohlebecken


 

sonntag, 24.01.99

4 uhr aufstehen, yoga, porridge, das taxi kommt nicht. wir rufen uns ein anderes und kommen um 6 am omai headquarter an. 6 uhr 30 abfahrt mit einem grossen amischulbus. der bus ist voll mit jungen ausländischen lehrern aus england und canada, ministeriums- und botschaftsleuten. 7:30 linden, kurzer stop in vismar, die bekannte buschpiste richtung mahdia, rote erde, weisser sand, grüne wand, regen. um 11 ankunft in omai. eine industrieanlage aus den 80ern und wohnbarracken aus holz, security, eine kantine, in die wir fürs mittagessen geschickt werden. unser reisegrüppchen verteilt sich auf mehrere tische, an den anderen sitzen angestellte von omai. die kantine ist in einem holzhaus von ca. 30 x 70 m untergebracht, an den fenstern fliegengitter, an der decke ventilatoren, die wände sind weiss gestrichen. ausserdem gibt es eine kaffeeteria, einen fernsehraum, tischtennisplatten. die küche ist rund um die uhr geöffnet, die wäsche wäscht die wäscherei. eine junge schwarze mit zöpfchenfrisur aus der abteilung öffentlichleitsarbeit betreut uns, später schaut auch ein älterer herr, ein canadier, der chef der jungen dame, bei unseren tischen vorbei, macht konversation. dann werden wir in das kino- und veranstaltungsgebäude geführt und erhalten eine einführung auf video in fürchterlicher qualität.
ein älter herr, schwarz- indianisch-chinesisch gemischt, chef der security und ehemaliger polizeichef unter burnham stellt sich den besuchern. in sauber geschultem englisch erläutert er das verfahren der goldgewinnung, gibt auskunft über die unternehmensbilanz und verschweigt auch die pannen nicht. in omai, einer der grössten goldminen südamerikas, produzieren 1000 leute jährlich fast 10 tonnen gold. gearbeitet wird in 2 x 12 stunden schichten, 14 tage am stück, in denen das gelände nicht verlassen werden darf, dann 7 tage frei. mit riesigen baggern und lastwagen, die mindesten 20 t gestein fassen, wird berg um berg abgetragen. in 8m hohen tonnen wird der stein zu staub gemahlen, dann mit wasser und cyanid gemischt. das gold bindet sich an das cyanid, wird dann mit aktiv-kohle zu einer weiteren reaktion gebracht, wobei sich das gold an die kohle bindet, die kohle wird verbrannt, und übrig bleibt gold und cyanid, wieder getrennt. das gold wird geschmolzen, in goldbarren gegossen und nach canada exportiert. das cyanid fliesst in einen riesigen, künstlichen see und von dort in den essequibo. unter einwirkung der sonne zersetzt sich in dem see ein teil der chemikalie. außerdem hat omai sich selbst besonders strenge richtlinien für die klährung des restwassers auferlegt, so dass "nur" 4 kg cyanid pro tag in den fluß geleitet werden. zum verbleib dieses restcyanids stellt der freundlich autoritäre herr eine studie vor: die tödliche wirkung des cyanids in hoher konzentration sei ja bekannt, hier gefällt der firmenleitung der hinweis auf das einzige weltbewegende ereignis in der geschichte des unabhängigen guyana, der massenselbstmord der joans-sekte ende der 70er mit cyanid. für die vorliegende geringe konzentration habe sich laut der studie jedoch ergeben, daß das cyanid, im gegenteil, zur fruchtbarkeit der böden beitrage . die anlage ist seit 6 jahren in betrieb, investitionskosten 270 mio. u$, 100 mio. u$ jahresumsatz. 24 milliarden tonnen material werden pro jahr bewegt, pro tonne gestein 2 gramm gold. wegen der hohen investitionskosten und der zu zahlenden schuldzinsen habe das unternehmen bis heute leider noch keinen profit gemacht. der guyanesische staat sieht also keinen pfennig steuern. dafür aber der canadische mutterkonzern, der als gläubiger von omai auftritt, aber seine zinsen.
strömender regen, wir steigen in den bus, rundfahrt, grubenbesichtigung. alle bewegungen in einem loch von 500 x 300 x 150 m werden von einem haus oberhalb der grube aus über funk überwacht und dirigiert. dann besichtigung der steinmühlen, 4 stahltonnen von 8 m durchmesser und 12 meter länge machen einen ohrenbetäubenden lärm, 2 männer mit helm und schutzbrille beaufsichtigen die anlage. zu unserm und zu omais schutz begleitet uns ein security mann, wir steigen auf die offenen cyanidtanks, die dämpfe kratzen im hals . letzte station ist die besichtigung des betriebseigenen krankenhauses, das auch mal indianer aus der umgebung medizinisch versorgt. zurück zum kinogebäude, dort gibt es unter einem palmendach am ufer des essequibo kaffee und kuchen für uns. vorher mmuss sich jeder das cyanid von den händen waschen. die arbeiter bei omai sind mit ihrer arbeit zufrieden, das gehalt in g$ ist für guyanesische verhältnisse hoch, es gibt viel freizeit. die manager werden nach canadischen maßstäben in canadischen dollars bezahlt.
um 3 ist das programm zu ende. eine besichtigung der gießerei ist nicht vorgesehen, genauso ist die mitnahme von steinen aus dem minen- gebiet verboten. heimfahrt mit dem omai-bus, ankunft in gt um 9. dusche und ab ins taxi, lamaha ecke camp street. im orient express warten justus und emily auf uns, 1. stock, über der karaoke-bar, chinesisches essen. diskussion über produktion, subvention, agrarmarkt, 1. welt und 3. welt, import nein, export ja? emily und justus gehen heim, wir zu jerrys snackett. 7 stühle um 2 tische plus ein qualmender holzkohlegrill (ölfass) stehen an der strasse. sijai legt musik auf und humpelt hinter der theke. 2 bier und heim, der taxifahrer kennt uns schon.


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