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rover kaputt


 

freitag, 15.1.99

emily muß arbeiten, justus hat frei. wir machen uns eine einkaufsliste und ab in die stadt. gegen 4 bricht der rover zusammen, die kupplung leckt, verliert hydrauliköl. mit dem taxi zum mechaniker, zu seinem arbeitsplatz bei der polzei im hauptquartier, ein riesiges holzhausareal, schon etwas runtergekommen, im typischen dreckigweissbeige der guyanesischen ämter, schulen und kasernen.
der mechaniker sagt, der hydraulikzylinder muß ausgewechselt werden, beschreibt das modell. wir mit dem taxi zum teile-händler, welches modell? wir mit dem taxi zum auto, den zylinder gechecked und zurück zum händler, das teil gekauft. um 5 trennen wir uns, justus fährt zum mechaniker, wir zum burda markt, kaufen früchte und gemüse ein. nach hause. justus kommt mit der nachricht, dass der rover samstag abend o.k. ist. mit zerknittertem gesicht, die reparatur wird was kosten. vor ein paar tagen hatte justus schon 140 deem und davor auch schon 120 und so weiter in die karre gesteckt, und wie lange das auto dann fährt, weiß man nie. es gibt keine offiziellen mechaniker. einem mechaniker wird man vorgestellt. man ist auf seine gunst angewiesen, muß die teile selber besorgen und kann froh sein, wenn am ende nicht mehr kaputt ist als am anfang zu reparieren war. so halten sie sich ihre kunden bei der stange oder haben auch einfach keine ahnung. an die 15.000 mark hätte ihn das auto schon gekostet jammert justus, was daran liegt, daß er sich von dem alten klapprigen stahlungetüm nicht trennen will, die daktari-optik des rover hat es nicht nur caro angetan. wen interessiert es da noch, daß der motor seine abgase und seine hitze bei 30° im schatten nach innen bläst. und wer den schaden hat, hat dann auch gleich den spott: natürlich frotzeln wir justus deswegen, worauf hin der sich erst recht nicht von dem fahrzeug trennen will.
wir machen esse: linsen mit kartoffeln als vegi curry mit brot fladen. neil, der werdende vater kommt, emily bringt polarbier (made in venezuela) in dosen mit. nach dem essen wird der dat rumgereicht: pork knocker und grillen im kopfhörer, arianestart. caro bleibt zu hause, neil geht auch heim, justus, micha und emily fahren in die karaoke-bar, laharstreet. 23 uhr, 10 leute total besoffen, die laserscheibe rotiert, 1/4 rum und coke, der wirt, ein chinese, dick, giesst wodka in wassergläser, die anlage gröhlt neil diamond hits. emily, justus und micha probieren zu singen, noch 1/4 rum, 3. anlauf, die hemmung fällt, gegröhl, "you got a friend", "bananaboat", "jambolaya" ... noch 2 x 1/4 rum, ein bier in der snackett. mit dem taxi kommt cherry, indianisch-indisch-schwarz und dänisch gemischt, aus einer der reichen guyanesischen familien, die geld mit minen und diamantenhandel machen. ein süsses kind, verwöhnt, verwirrt, betrunken, will alle in ihr projekt einspannen "rettet mich und meine liebe zu dave", erzählt, sie habe lungenkrebs und werde sich montag umbringen. ihre handinnenflächen sind rau wie reibeisen. "turn between two lovers, feeling like a fool, loving both of you is breaking all the rules".


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