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neil, sissi, micha, caro
küchenzelt
youth man zeigt uns die ausbeute
sief no. 1, sief no.2 und baby sief
der dieselmotor zieht um (I)
der dieselmotor zieht um (II)
neils grube vom letzten jahr
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dienstag, 12.1.99
kurzes yoga programm, bad im fluss, kochen. gegen 12 ab ins
hinterland, backdamm. neil erklährt uns die pflanzen: balamm-bäume
ragen 20-30 m gerade hoch, die wurzeln wachsen etwa halb so
tief in den boden, ihre rinde wird als wand für den hausbau
benutz. mora ist ein ebenfalls gerade hoch wachsender baum mit
brettwurzeln, die als trommelfläche für nachrichten genutzt
werden. walabo ist ein hartholz-baum. die blätter der truli-palmen,
die bei uns als bergpalme im wohnzimmer steht, dienen zum
decken der dächer. pri pri ist ein biegsames holz, das für
angelruten verwendet wird. andere bäume tragen essbare nüsse oder
liefern eine feste rinde, die sich als riemen für die warashis,
die indianischen rucksäcke, eignen. aus der rinde der copper-
liane, einem armdicken gewächs, wird heiltee gekocht. milkwood
ist ein indikator für diamanten. der baum steht brettwurzelartig
über dem boden, hat luftwurzeln und schwitzt eine weisse milch.
am weg liegt ein 6 m langer schlitten, auf dem eine diesel
maschine durch den wald gezogen worden war. ausserdem die reste
einer waborifalle der indianer: an einem gestänge aus ästen wird
ein köder aufgehängt, das angelockte wild wird dann mit pfeilen
geschossen. neil erzählt uns von einem streit mit indianern am
airstrip in kaieteur, der damit endete, dass er einen pfeil in
der schulter hatte.
der weg ist mit wurzeln durchwachsen, daneben
mit dem spaten ausgestochene löcher von 1 x 1 m, probegrabungen
nach diamanten. neil hüpft wie ein kleiner junge von wurzel zu
wurzel, er spielt das spiel "keiner darf den boden berühren".
außerdem, sagt er, hinterlässt er auf diese art keine spuren.
wenn du mit waren beladen durch den wald läufst, möchtest du
nicht, dass dir jemand folgt.
neil ist 31
jahre alt, indianisch-schwarz gemischt, was man ihm ansieht.
seine eltern kommen aus bartika, er ist in gt geboren und zur
schule gegangen, hat 6 geschwister. mit fünfzehn ist er von zu
hause weggegangen. sein jüngere bruder andrew war schon mit 13 im
busch. neil lebt seit 16 jahren im busch, mit kurzen
unterbrechungen. er hat für gold- und diamantenminen gearbeitet,
auch als taucher, was bedeutet, daß man stundenlang unter wasser
steht, mit taucherglocke und luftschlauch, und mit einem dicken
rohr den flussgrund absaugt. der aufgewibelte schlamm läßt einen
kaum die hand vor augen erkennen. ein gefährlicher job, dafür
besser bezahlt als die anderen.
2 jahre lang ist er durch brasilien und venezuela
gelaufen und hat stoffe u.ä. verkauft. seit ein paar jahren hat
er die hütte am potaro und betreibt dort zeitweise einen kleinen
shop, kauft diamanten und sucht selbst nach steinen, auf eigene
rechnung. neil ist rasta, er ißt kein fleisch, keine eier, keine
milch, kein fisch, nur ital-food. er ist einer der wenigen pork
knocker, der der bücher liest und etwas gemüse und früchte anbaut, was mit der rasta
kultur zusammenhängt. auch ganjia rauchen
gehört zur kultur der rastafarians, ist aber in guyana wie fast
überall auf der welt verboten. überhaupt gehören drogen im busch
zum leben wie das tägliche brot. allen voran die indianer, die
den ganzen tag ihre selbstgebrauten cassava-alkoholika süffeln.
nach 40 minuten fußmarsch über wurzeln, steine, umgestürzte
bäume und einen bach mit goldschillerndem wasser kommen wir an
eine lichtung. gleißend heller sand, ein camp, 6 junge männer in
shorts und barfuss zerren einen stahlbehälter über quergelegte
baumstämme durchs gebüsch. das ist der lavrador, der behälter, in
dem der angesaugte kies gesammelt wird. die mine zieht ein paar
meter weiter und hinterlässt einen teich mit wasser, das loch der
vorheriger grabung. das wasser wird bei der nächsten pumpaktion
wieder verwendet. die nächste grube dient dann wieder als
wasserreservoir für die folgende grabung usw. dann muss der
diesel-motor die böschung raufgetragen werden. der boden ist
schlammig. die maschine, ca. 200 kg, wird an einem baumstamm
festgebunden, vorne 3, hinten 3 rutschen sie wie die ameisen den
hang rauf. neil dirigiert . eagle arbeitet in der crew.
youth man, der gm, zeigt uns die ausbeute der letzten tage: 10 kleine steine ergeben
zusammen ca. 1,5 karat.
während der meisten zeit arbeiten die
maschinen nicht, sondern werden verschoben, oder der kies wird
ausgesiebt.
nach weiteren 10 minuten fußmarsch kommen wir an
gebiet, in dem einige pork knocker von hand den boden umgegraben
haben. neil zeigt uns ein loch, aus dem er im letzten jahr mit
andrew zusammen 50 karat, ca. 5000 u$, in 6 wochen rausgeholt
hat. das loch ist 2 x 2 m und 1,5 m tief, alles von hand
ausgeschippt . das geld war schnell weg: transport, alte
rechnungen, ein paar dollars für die familie und für freunde, eine
neue maschine.
auf dem rückweg erklährt uns neil, wie die
indianer schweine jagen: sie jagen zuerst das alphamännchen und
markieren mit seinem geruch einen kreis um die herde. da die
herde das gebiet nicht verläßt, solange sie den geruch des
alphamännchens hat, sind die tiere eine leichte beute für die
indianer.
wieder daheim versucht sich neil noch mal am
bootsmotor, nichts zu machen. der rum war schon nach zwei tagen
weg, die kippen werden knapp und neil trocknet frisches gras
(spice) auf dem deckel des wasserkessels, gutes rezept. er
erklährt uns die taurus 38 special und lässt einen schuss hören
. die taurus aus brasilien gibts für 60.000 g$ (ca. 600 dm),
der schuss kostet 500 g$ (ca. 5 dm).
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