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blick auf mount chinapow


indianerhütte


chinapow creek


mit stromschnellen


die nacht senkt sich über den busch

 

montag, 11.1.99

7:30 aufstehn. yoga auf der brücke und bad im potaro, während das teewasser kocht und neil die hütte ausfegt. porridge zum frühstück, dann ne kräftige mahlzeit, wir haben einen ausflug vor. ab ins boot und den potaro ein paar km rauf, vorbei an hütten und aufgängen und dümpelnden kanus nach chinapow. wir melden uns beim captain. der captain ist 35 - 40 jahre alt, hat lockiges haar und trägt eine rolle gafferband ums handgelenk. im zwei-jahres-turnus wird der captain vom ganzen dorf gewählt und ist dann für alle entscheidungen zuständig.
wir bleiben im boot sitzen während neil grüsse tauscht und uns vorstellt, dann gehts weiter zu einer lehmigen böschung. hier legen wir an und rutschen den schlüpfrigen abhang rauf. amerindian hütten: ein gestänge aus holz, die wände aus der rinde eines bestimmten baums, das dach bedeckt mit trockenen blättern von truli-palmen und djungle leaf, das änlich aussieht wie bananenblätter.
die kochhütte besteht nur aus dem holzgestänge und einem sehr tief gezogenen dach, kühler schatten. darunter sitzen frauen jeden alters, kinder in schuluniform laufen rum. die frauen bearbeiten cassava, schälen die wurzeln, reiben sie, pressen das wasser aus den fasern und backen aus den flocken fladenbrote. in einem grossen topf kocht cassiri für ca. 4 stunden. wir grüssen und gehen zurück zum boot. ich frage die frauen, ob ich sie fotografieren kann. sie wollen "five bills", ich zögere kurz, und eigentlich wollten sie sich überhaupt nicht fotografieren lassen, sagen sie dann.
mit dem boot 500 meter zurück zum anlegesteg der mission. indianer mähen mit buschmessern die wiese. ein shop mit weihnachtsschmuck und zwei halterungen für grosse boxen, health center, grundschule. der priester, ein weisser, hat das dorf vor einiger zeit verlassen. eine runde über den platz, alle begrüßt, zurück zum boot in begleitung eines jungen amerindian, dem eine hand fehlt. am anlegesteg packt er einen großen stein aus und zeigt ihn neil: 2,5 karat, nicht sehr sauber, carboneinschlüsse, grünliche farbe, 150.000 g$ (ca. 1500 dm). caro macht ein foto und micha gibt ihm dafür 100 g$. "im busch wird alles mit geld bezahlt".
wir fahren weiter, biegen in einen kleinen creek ein und machen das boot fest. ca. 10 minuten fußmarsch über einen hügel und durch cassava-pflanzungen zu einer breiteren stelle im fluss. stromschnellen, grosse steinplatten, eine schöne stelle zum baden. kühles, dunkles wasser, keine schlangen, wie uns neil versichert. in der nachmittagssonne breiten wir uns zum trocknen auf den felsen aus und rauchen ein paar joints. als wir wieder im boot sitzen, streikt der motor oder besser die kühlung. neil schraubt ein bischen, nichts passiert. am ufer läßt jemand ein boot ins wasser und und schleppt uns ab. auf dem bug ist ein rotes hakenkreuz. er sei kein inder, sondern arier, spricht von einer völkerwanderung aus dem gebiet der arier nach europa viele 100 jahre zuvor (sind das die indogermanen?).
zu hause angekommen machen micha und caro einen mittagsschlaf, sisi und neil hängen rum und rauchen joints. dann gibts abendessen: reis mit kalalou, grüne blätter, die wie spinat schmecken.der vorhang fällt, die grosse tüte geht rum, neil erzählt von todesfällen unter pork knockern und wir sammeln noch ein paar nächtliche sounds. im busch geht man früh ins bett.
und wie ist der busch jetzt? eigentlich ist es auf dem potaro wie auf der lahn, alles ein bischen grösser, wärmer, lauter, andere tiere, aber irgendwie wie auf der lahn, mit dem unterschied, dass es in ca. 25 km entfernung 270 m steil runter geht. unser anfang auf der lahn und auf dem potaro waren sehr ähnlich: erstmal ordentlich einen kiffen, den überblick verlieren, nicht zu schnell fahren und dann mal sehn. "turning in slowly". "i got it all covered".


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